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Brutplatz DHM - Weit im Westen ...

 

Weit im Westen ...

Seit der erfolgreichen Renaturierung von Hochmoorflächen, nimmt der Kranich die Diepholzer Moorniederung als Brutgebiet an. Damit sind die Moorflächen eines der westlichsten europäischen Brutvorkommen der Kraniche.

Kranichbrut im europäischen Zusammenhang

Das Brutgebiet des Grauen Kranichs reicht von Deutschland über Skandinavien, das Baltikum, Polen, die Ukraine, Weißrussland und Russland bis nach Asien. In Europa brüten insgesamt etwa 45.000 Kranichpaare. Die meisten von ihnen leben in Skandinavien: ca. 17.000 Brutpaare in Schweden, bis 15.000 in Finnland und 1.000 in Norwegen, weitere 3.000 Brutpaare in Polen sowie ca. 3.500 im Baltikum.

Deutschland ist Brutheimat von ca. 3.000 Paaren, von denen etwa die Hälfte in Mecklenburg-Vorpommern brütet. Brandenburg beherbergt etwa 1.000 Paare. Kleinere Brutvorkommen gibt es in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Kraniche brüten besonders gern in Sumpfwäldern sowie in verlandenden Seen und Teichen. Der häufigste Brutplatztyp in Deutschland ist der Erlenbruchwald. Als Brutplätze werden auch kleine mit Wasser gefüllte Schlenken in der Feldflur genutzt. Als Bodenbrüter bauen Kraniche zum eigenen Schutz und zur Sicherheit gegen Nesträuber wie Füchsen, Wildschweinen aber auch Rabenvögel, ihr Nest gerne in Feuchtgebieten. Vorgezogen werden daher trockene Erhebungen oder seichtes Wasser in sumpfigem Gelände wo die Kraniche ihren bis zu einem Meter durchmessenden Nesthügel aus altem Pflanzenmaterial aufschichten.

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Das ideale Brutareal:
Offene Wasserflächen und eine Deckung.

Seit 2001 werden die Bruterfolge dokumentiert.

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Ein neues Brutgebiet

In den wiedervernässten Hochmooren der Diepholzer Moorniederung mit zum Teil offenen Wasserflächen und einer Deckung bietenden Restverbuschung finden die Kraniche neue attraktive Brutmöglichkeiten. Seit den vergangenen Jahren gibt es eine immer weiter ansteigende Zahl an Brutnachweisen und die Beobachtung zahlreicher Junggesellentrupps.

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Anzahl der Kranichbrutpaare in der Diepholzer Moorniederung ab 1992

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Renaturierungen und Bruterfolg

Mit dem Beginn der Vernässung der bäuerlichen Handtorfstiche vor über 20 Jahren wurden gute Bedingungen für die Wiederbesiedlung des Kranichs in der Diepholzer Moorniederung geschaffen. Zunehmende Schwingrasenbildung lässt Inseln auf Wasserflächen entstehen, die als Brutplatz einen guten Schutz vor Beutegreifern bieten.

Als Faktoren, die in den letzten Jahren zu einer positiven Entwicklung der Population in der Diepholzer Moorniederung beigetragen haben, sind die Qualität der wiederhergestellten Brutbiotope und der Schutz gegen Störungen des Brutgeschäftes durch Besucherlenkung zu nennen. Auch konnte durch extensive Grünlandbewirtschaftung in den Moorrandbereichen ein vielfältiges Nahrungsangebot für den Kranich geschaffen werden.

Gleichzeitig besteht von Osten her ein Populationsdruck. Die westliche Ausbreitungsgrenze läuft zur Zeit (2004) mitten durch den Naturraum DHM. Die östlichen Moore sind bereits durch den Kranich besiedelt. In der Kartendarstellung sind die besiedelten Moorflächen braun dargestellt - die unbesiedelten Moorflächen dagegen sind grau markiert. Inzwischen (2006) wurde auch das Rehdener Geestmoor als Brutgebiet besiedelt.

Kraniche im Vormarsch:
Die Verbreitungsgrenze verlagert sich weiter nach Westen.

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Brutplatz ist nicht gleich Brutplatz

Mit der Renaturierung haben sich für die Diepholzer Moorniederung unterschiedliche Brutplatztypen herausgebildet. Die Untergliederung ergibt drei eigenständige Brutbiotope, die von den Kranichen besetzt werden (In allen Fällen sucht der Kranich Inselsituationen auf):

  • Schwingraseninsel in wiedervernässten bäuerlichen Handtorfstichen
  • Leegmoorflächen, dort nackte Torfflächen mit Bentgras
  • Leegmoorflächen von ehemaligem Feuchtgrünland mit Binsenhorsten in Wasserflächen

Karteninformationen im Detailfenster:
Brutplatztypen in der DHM
Auch ein idealer Kranich-Brutplatz kann sehr unterschiedlich sein. Die Brutplatztypen im Überblick.

Durch die Definition der Brutplatztypen ist es möglich, das Brutverhalten der Kraniche in der DHM eindeutiger zu bewerten. Die Beziehung zwischen dem gewählten Brutplatz und dessen anthropogener Entstehung ist ein wichtiges Kriterium, um Prognosen für die weitere Besiedlung des Raumes erstellen zu können.

 

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