Pflege für das Moor:
Die Moorschnucken-Herde ist im Sommer oft zu sehen.
Foto: I. Schweneker
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Nach Monaten geordnet finden sie hier viele Neuigkeiten, vielleicht auch Bekanntes, über das Jahr in der Moorlandschaft. Dazu gehört natürlich auch alles Wissenswerte rund um unsere Naturschutzarbeit in der Diepholzer Moorniederung.
Schauen Sie doch einmal vorbei, wenn z.B. das Wollgras - mit seinen vielen weißen Fruchtständen - die Moorflächen verwandelt oder wenn der Schäfer mit seiner Herde Diepholzer Moorschnucken unterwegs ist!
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Kranichfamilien auf Maisstoppelfeldern
Die Kraniche mit ihren Jungvögeln suchen nach Maisresten auf den abgeernteten Feldern. Oft stehen sie noch im kleinen
Familienverband zusammen und distanzieren sich von anderen Kranichen. Am Abend kann von den bekannten Aussichtspunkten
der Einflug in die Schlafplätzen beobachtet werden.
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K. Lehn | Bild vergrößern
Gänse
Nicht nur Kraniche finden sich im Herbst in der Diepholzer Moorniederung ein: Auf
Feuchtwiesen und anderen offenen Flächen können aufmerksame Besucher auch
Gänse beobachten, vor allem Saat- und Blessgänse.
Die Gänse sind Durchzügler, unterwegs in wärmere Gefilde, und legen vor Ort eine Pause ein.
Ähnlich wie die Kraniche übernachten sie in den wiedervernässten Mooren und
brechen tagsüber zur Nahrungssuche auf. Sie fressen Moosbeeren, Flechten, Gräser und
Ernterückstände.
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K. Lehn | Bild vergrößern
Der Herbst ist Pilzzeit
Pilze bilden in der Biologie ihr eigenes Reich: Sie betreiben keine Photosynthese, wie Pflanzen es tun,
und verharren unbeweglich an Ort und Stelle. Auch auf zellbiologischer Ebene unterscheiden sie sich von Pflanzen und von Tieren.
Als sogenannte „Destruenten“ zersetzen und verwerten viele Pilze totes organisches Material (z.B. abgestorbenes Holz),
andere Pilze leben in Symbiose mit Bäumen oder als Pflanzenschädlinge.
Bei feuchtem Klima und viel anfallendem „biologischen Abfall“ gedeihen die meisten Pilze besonders gut: Der
Herbst ist Pilzzeit. Am Rande der Wanderwege des Neustädter Moores und andernorts kann man sie überall entdecken;
groß und klein, unscheinbar und vielfarbig.
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B. Börgmann | Bild vergrößern
Die Schlingnatter
Diese Schlingnatter haben wir im Neustädter Moor gefunden. Ihre trüben Augen verraten, dass sie kurz
davor ist sich zu häuten. Die Schlingnatter ist ungiftig und als kleine Würgeschlange für uns Menschen
völlig ungefährlich. Zu ihrer Nahrung gehören Eidechsen, Frösche und Mäuse. Ausgewachsene Tiere
erreichen eine Länge von etwa 50-60 cm und häuten sich ein- bis zweimal pro Jahr.
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U. Smolka | Bild vergrößern
Fleischfressende Pflanze: Der Sonnentau
Im Juli kann man die Blüte des Sonnentaus erleben; auf dem Bild sieht man die noch geschlossenen
Knospen. Im Hochmoor herrscht ein Mangel an Nährstoffen, insbesondere an Stickstoff. Der Sonnentau
umgeht dies, indem er sich zusätzlich von Insekten ernährt. An den roten Tentakeln befinden sich
kleine Leimtröpfchen. Insekten halten diese für Nektar und bleiben daran hängen. Verdauungsenzyme
der Pflanze spalten weichen Teile der Insekten auf und machen diese so verfügbar. Von den Insekten
bleibt nur die „Hülle“.
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U. Smolka | Bild vergrößern
Blühendes Moor: Glockenheide
Glockenheide (Erika tetralix) liebt nasse, saure und nährstoffarme Böden.
Kennzeichen der Glockenheide sind feine Borstenhärchen auf den nadelförmigen
Blättern und ihre typische Blütenform. Die glockenähnlichen Blüten sind
rosa und stehen von Juni bis September zu mehreren an den aufrechten Zweigen.
Als mehrjährige Zwergsträucher überdauern sie den Winter.
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U. Smolka | Bild vergrößern
Ein außergewöhnlich trockenes Frühjahr führte zu stark gesunkenen
Wasserständen auch im Hochmoor. Dabei sind die ersten Kranichjungen ab
Mitte April planmäßig geschlüpft. Die für Jungvögel günstige Witterung
dürfte einen deutlich besseren Schlupferfolg und hoffentlich auch
Bruterfolg ergeben als ein Jahr zuvor. Auch Wiesenweihen, die in
Wintergetreide brüten und im Moor häufig nach Nahrung suchen, sind in
guter Zahl zurückgekehrt. Doch setzt die starke Zunahme von Maisanbau
für die Agrargasgewinnung zu Lasten von Getreide und Grünland den
eleganten Vögeln in unserer Region stark zu. Sie finden immer
schwieriger geeignete Brutfelder und Nahrungsflächen. Das gilt auch für
andere Ackervogelarten wie die Feldlerche und das Rebhuhn.
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K. Lehn | Bild vergrößern
Schon im März blühen die Wollgräser. In unseren Hochmooren sind es das Scheidige
und das Schmalblättrige Wollgras. Wollgräser (Eriophorum) gehören zur
Familie der Sauergrasgewächse. Diese Pflanzenarten sind Charakterpflanzen
der Hochmoore. Mit ihren faserig zerfallenden Blättern tragen die Wollgräser
zur Torfbildung bei. In Hochmoor-Renaturierungen nach industriellem Torfabbau
übernehmen sie eine wichtige Funktion als Erstbesiedler der vegetationslosen
Torfflächen. Die Blüten der Wollgräser sind unscheinbar (oberes Bild,
Scheidiges Wollgras). Erst die langen Hüllfäden der Früchte bilden den
namensgebenden weißen Schopf der Wollgräser, der das Moor oft wie ein
weißes Meer erscheinen läßt. Herangereift sind diese Früchte aber erst
ab Ende April und im Mai zu sehen (unteres Bild).
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O. Schmidt | Bild vergrößern
Der Frühling hält langsam Einzug in der Diepholzer Moorniederung. Bei zunehmender Tageslänge kehren die Kraniche auf dem Frühjahrszug gen Norden in ihre Brutgebiete zurück. Darunter sind auch Vögel, die in der Diepholzer Moorniederung ihre Brutreviere haben. Doch nicht nur Kraniche, sondern auch andere Zugvögel wie Goldregenpfeifer, Kiebitz, großer Brachvogel, Uferschnepfe sowie Sing- und Zwergschwäne sind zu entdecken. Aber nicht nur in der Vogelwelt passiert etwas: Auf der Schäferei Teerling ist die Lammzeit in vollem Gange.
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U. Smolka | Bild vergrößern
Schafe sind auch im Winter im Moor unterwegs.
Die Nächte verbringen sie aber immer im Stall und die Ausflüge am Tage sind nur kurz. Auch bei geschlossener Schneedecke finden sie noch Nahrung. Gerne fressen die Tiere energiereiche Kiefernnadeln oder Besenheide.
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U. Smolka | Bild vergrößern
Der Januar 2011 beginnt sehr kalt. Bei Temperaturen die Nachts unter -10°C heranreichen
sind alle offenen Wasserflächen zugefroren.
Eine geschlossene Schneedecke erschwert die Nahrungssuche der Tiere. Kaniche sind in südlichere Überwinterungsgebiete weitergezogen.
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U. Smolka | Bild vergrößern
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Aktualisiert am: 04.10.2011